Ragtime plus Blues plus Dampflok ergibt Boogie Woogie. So ist es auf eine einfache Formel gebracht. Auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung ist Boogie-Woogie für viele die heißeste Musik, die man auf einem Klavier spielen kann. Mitreißende Bassfiguren und pulsierender Rhythmus der linken Hand, virtuoses, melodisches und oft beinahe akrobatisches Spiel der rechten Hand. Vorläufer des Boogie Woogie war das sogenannte Barrelhouse Piano, ein einfacher ländlicher Klavierstil aus dem tiefen Süden der USA, in dem bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts schwarze Bluesmusiker ihren Stil von der Gitarre auf das Klavier übertrugen. Mit der Zuwanderung von Schwarzen in den Norden und Mittleren Westen der USA gelangte auch deren Musik dorthin.
In Chicago wurde der Boogie-Woogie in den 1920er Jahren sehr populär. Pianisten wie Cow Cow Davenport mixten die Rhythmen des Ragtimes mit laufenden Basslinien in Achtelnoten und schufen so den neuen Stil. In den späten zwanziger Jahren entwickelt sich der Boogie-Woogie weiter, dabei blieb er im wesentlichen ein Solo-Klavierstil, Pianisten Clarence "Pinetop Smith und Jimmy Yancey legten das Fundament dafür, dass dieser Musik-Stil in den dreißiger und vierziger Jahren regelrecht zur Popmusik der damaligen Zeit wurde. Erst einige Jahre später wurden im Zuge der allgemeinen Boogie-Woogie-Welle auch die eigentlichen Vorreiter wie Blind John Davis, Champion Jack Dupree, Jay Mc Shann, Sippie Wallace, Little Willie Littlefield oder Dorothy Donegan als Boogie-Pianisten bekannter.
In Chicago wurde der Boogie-Woogie in den 1920er Jahren sehr populär. Pianisten wie Cow Cow Davenport mixten die Rhythmen des Ragtimes mit laufenden Basslinien in Achtelnoten und schufen so den neuen Stil. In den späten zwanziger Jahren entwickelt sich der Boogie-Woogie weiter, dabei blieb er im wesentlichen ein Solo-Klavierstil, Pianisten Clarence "Pinetop Smith und Jimmy Yancey legten das Fundament dafür, dass dieser Musik-Stil in den dreißiger und vierziger Jahren regelrecht zur Popmusik der damaligen Zeit wurde. Erst einige Jahre später wurden im Zuge der allgemeinen Boogie-Woogie-Welle auch die eigentlichen Vorreiter wie Blind John Davis, Champion Jack Dupree, Jay Mc Shann, Sippie Wallace, Little Willie Littlefield oder Dorothy Donegan als Boogie-Pianisten bekannter.
Pianisten wie Albert Ammons, Meade Lux Lewis und Pete Johnson wurden zu Superstars am Piano. Als legendär gilt ein Konzert dieser drei Pianisten 1938 in der Carnegie Hall, das die Zuhörer derart in Ekstase versetzte, dass sogar die Legende erzählt, dass die Türsteher am Ende einige Teilnehmer von den Kronleuchtern herunter bitten mussten. "From Spiritual to Swing", die von Musikproduzent John Hammond organisierten Konzerten brachten Boogie Woogie auch dem weißen Publikum näher. Der Boogie passt so richtig in diese aufregende Zeit.
Louis Armstrong schildert in seiner Autobiographie, dass es vor allem die Bordelle im Viertel Storyville waren, wo Pianisten ihr Geld verdienen konnten mit Blues, während die Bläser wie er vor allem bei Paraden oder Beerdigungen engagiert wurden. Boogie Woogie, das ist auch aus einem Klavier ein Schlagzeug zu machen, das darum kämpft in einer lautstarken Kakophonie aus Kartenspiel, Prostitution, Messerstechereien und Mord die Stimme zu erheben. Besonders starke Verbreitung fand der Boogie-Woogie durch die so genannten „House Rent Parties“ wo der Wohnungsinhaber einen Musiker für den Abend engagierte und einige Flaschen Schnaps bereithielt. Mit den Eintrittsgelder, das er den lustigen Gästen abverlangte, finanzierte er dann seine Miete.
Chicago 1920
Heute sind es Pianisten wie Vince Weber, Axel Zwingenberger, Che Peyer, Jörg Hegemann, Nico Brina, Frank Muschalle, Bob Hall und Silvan Zingg die mit Boogieprogrammen live zu erleben sind. Besonders das Abspielen dieser phantastischen Kompositionen in teilweise irrsinnigem Tempo wirkt live wesentlich mehr als auf Platte.
Seit 1988 findet in Hamburg in der "Fabrik" an jedem 8. August "The Hamburg Boogie Woogie Connection" statt, das deutsche und internationale Stars des Boogie-Woogie zusammenführt und in dieser Form einmalig ist. Neben deutsche Terminen bieten zahlreiche internationale Festivals dem Boogie Woogie eine standesgemäß Bühne. Am bekanntesten in Europa sind sicher das "Festival International de Boogie Woogie de La Roquebrou", "Beaune Blues & Boogie Festival", "International Boogie Woogie Festival Holland" in Ermelo, "Polish Boogie Festival" in Czluchow, "UK Boogie Woogie Festival Dorset" und viele mehr...


