Der österreichische Jazz-Pianist Fritz Pauer ist am Sonntag, den 1. Juli überraschend während einer Zugfahrt nach Wien an Herzversagen gestorben. Fritz Pauer war von seinem Wohnsitz Zurndorf auf dem Weg nach Wien, um seine neue Trio-CD mit Hans Strasser und Joris Dudli abzumischen. Im Zug hörte plötzlich sein Herz auf zu schlagen. "Er war sofort tot", ließ seine langjährige Lebensgefährtin Marlies Hubmayr wissen. Fritz Pauer, geboren am 14. Oktober 1943 in Wien, galt mit Hans Koller und Joe Zawinul als Gründervater des modernen Jazz in Österreich. Er entwickelte sich in seiner vierzigjährigen Laufbahn zu einer Zentralfigur der heimischen Jazzszene. Dank seiner aussergewöhnlichen Musikalität, seines profunden Handwerks gepaart mit seinen harmonischen Kenntnissen war er eine der europäischen Referenzen in Sachen Jazzklavier. Der unangefochtene Doyen unter den österreichischen Pianisten war er allemal. "Er war der Größte und unser aller Meister", betont Saxophonist Karlheinz Miklin, mit dem Pauer viel zusammengearbeitet hatte.
Statt in den USA fand Fritz Pauer die Verbindung zur internationalen Jazzwelt in seinen Berliner Jahren von 1964 bis 1968 in der Begegnung mit jenen Musikern, die gerade zu dieser Zeit den umgekehrten Weg gingen und nach Europa zogen. Leo Wright, Booker Ervin, Carmell Jones, Dexter Gordon, Don Byas, Herb Geller oder Pony Pointexter waren seine Partner im "Dug's Night Club" und in der "Jazz Galerie". Von 1968 bis 1982 war Fritz Pauer Dozent für Jazzmusik an dem Wiener Konservatorium. Unter Miklins Ägide als Abteilungsleiter unterrichtete Fritz Pauer von 1998 bis 2009 am Jazz-Institut der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Er erhielt 2003 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich und wurde für den Hans Koller Preis nominiert. 2009 wurde ihm für die Anerkennung seines musikalischen Schaffens der Würdigungspreis für Musik und den Berufstitel „Professor“ verliehen.
